WSL LogoMein Freund der Baum ist tot

Alexandra:- Mein Freund der Baum - Lyric

Ich wollt dich längst schon wieder sehn mein alter Freund aus Kindertagen
ich hatte manches dir zu sagen und wusste du wirst mich verstehn
als kleines Mädchen kam ich schon zu dir mit all den Kindersorgen
ich fühlte mich bei dir geborgen und aller Kummer flog davon
hab ich in deinem Arm geweint strichst du mit deinen grünen Blättern
mir übers Haar mein alter Freund

Mein Freund der Baum ist tot er fiel im frühen Morgenrot

Du fielst heut früh ich kam zu spät du wirst dich nie im Wind mehr wiegen
du musst gefällt am Wege liegen und mancher der vorüber geht
der achtet nicht den Rest von Leben und reißt an deinen grünen Zweigen
die sterbend sich zur Erde neigen wer wird mir nun die Ruhe geben
die ich in deinem Schatten fand mein bester Freund ist mir verloren
der mit der Kindheit mich verband

Mein Freund der Baum ist tot er fiel im frühen Morgenrot

Bald wächst ein Haus aus Glas und Stein dort wo man ihn hat abgeschlagen
bald werden graue Mauern ragen dort wo er liegt im Sonnenschein
vielleicht wird es ein Wunder geben ich werde heimlich darauf warten
vielleicht blüht vor dem Haus ein Garten und er erwacht zu neuem Leben
doch ist er dann noch schwach und klein und wenn auch viele Jahren gehen
er wird nie mehr derselbe sein

Mein Freund der Baum ist tot er fiel im frühen Morgenrot:


 

Der zweite Weltkrieg war zu Ende.

Ich war noch keine 7 Jahre alt. Mutter stand mit 3 kleinen Buben allein. Der Vater war in russischer Gefangenschaft geblieben und wurde anschließend bis 1956 im DDR-Zuchthaus Bautzen gequält. Mutter konnte ihn nicht besuchen. Das bißchen Geld reichte nicht zum Leben und schon gar nicht für eine Fahrkarte. So fuhr ich alle Vierteljahre mit meinem Freifahrtschein von der Deutschen Reichsbahn - dort hatte ich 1952 als Junghelfer auf dem Verschiebebahnhof Wustermark angefangen - und besuchte meinen Vater.
Den Feinmechanikerberuf in Westberlin durfte ich nicht erlernen. Mutter befürchtete Nachteile für den eingekerkerten Ehegatten.

Zum Überleben gingen wir Tag für Tag auf den Truppenübungsplatz Döberitz und sammelten Pilze und Brombeeren.

Hinter dem heute nicht mehr vorhandenen Dorf Alt-Döberitz gab es einen Weg mit uralten knorpeligen Linden. Diese Bäume gab es schon zu des Kaisers Zeiten. Sie hatten zwei Weltkriege überlebt. Nun übten die russischen Besatzer auf dem Platz. Panzer zerfurchten zwischen den alten Linden die gepflasterte Straße und gruben sich bis zu zwei Meter tief ein. Die Linden überlebten trotzdem. Ich habe diese alten Bäume lieben gelernt. Von ihnen leben viele Tiere. In den ausgefaulten Höhlen brüteten die Vögel und in den hohlen Stämmen sah ich ab und wann den Kauz und Fledermäuse.

Ich ging immer allein auf den TÜP (Truppenübungsplatz) in die Pilze. Wenn man zu zweit oder mehr ging, kam es schon vor, daß man von russischen Wachposten überrascht und festgenommen wurde, zum Kartoffeln schälen!!! Warum? Weil man sich durch Quatschen selbst verraten hatte. Ging man alleine, redete man nicht. Das hatte den Vorteil, daß ich die Wachposten reden hörte und ihnen rechtzeitig ausweichen konnte. So mußte ich nie Kartoffeln schälen. Andere schon. grinsen

Als 6 Jahre nach dem Fall der Mauer die russischen Besatzer abgezogen waren, hatten sie vielerorts noch schnell ihre nicht verbrauchte Munition in alten Schützengräben entsorgt.

Heute verwaltet die Sielmannstiftung den fast 47 qkm großen ehemaligen Truppenübungsplatz.

Munition in der Döberitzer HeideWildnisgebiet - Betreten verboten2006 machte ich zwei
Wanderungen durch die Döberitzer Heide.

Bis zu meinen alten Linden kam ich leider nicht mehr. Dieser Bereich war gesperrt wegen der Munitionsverseuchung. Vermutlich wird er auch niemals freigegeben werden, denn er gehört inzwischen zur Kernzone im Naturschutzgebiet der Sielmannstiftung in der Döberitzer Heide.

 

Der Lindenbaum

Am Brunnen vor dem Tore
Da steht ein Lindenbaum;
Ich träumt' in seinem Schatten
So manchen süßen Traum:

Ich schnitt in seine Rinde
So manches liebe Wort;
Es zog in Freud und Leide
Zu ihm mich immer fort.

Ich mußt' auch heute wandern
Vorbei in dieser Nacht,
Da hab' ich noch im Dunkeln
Die Augen zugemacht.

Und seine Zweige rauschten,
Als riefen sie mir zu:
Komm her zu mir, Geselle,
Hier find'st du deine Ruh!

Die kalten Winde bliesen
Mir grad ins Angesicht,
Der Hut flog mir von Kopfe,
Ich wendete mich nicht.

Nun bin ich manche Stunde
Entfernt von jenem Ort,
Und immer hör' ich's rauschen:



Du fändest Ruhe dort!

Wilhelm Müller (1794-1827)

 

J. W. Goethe liebte die Bäume:


Da er mit niemanden über seine Liebe zu Charlotte von Stein sprechen konnte,
sagte er`s den Bäumen:

Sag ich`s euch, geliebte Bäume?
Die ich ahndevoll gepflanzt,
als die wunderbarsten Träume
morgenrötlich mich umtanzt.

Ach, ihr wißt es, wie ich liebe,
die so schön mich wiederliebt,
die den reinsten meiner Triebe
mir noch reiner wiedergibt.

Wachset wie aus meinem Herzen,
treibet in die Luft hinein,
denn ich grub viel Freud und Schmerzen
unter eure Wurzeln ein.

Und der Abschied von seinen Bäumen hört sich so an:

Lebet wohl, geliebte Bäume!
wachset in die Himmelsluft.
Tausend liebevolle Träume
schlingen sich durch euren Duft.

Doch was steh ich und verweile?
Wie so schwer, so bang ist's mir?
Ja, ich gehe! Ja, ich eile!
Aber, ach! Mein Herz bleibt hier.

Bringet Schatten, traget Früchte,
neue Freude jeden Tag.
Nur daß ich sie dichte, dichte,
dicht bei ihr genießen mag.

 

Erkentnnis der Creek-Indianer:

Erst wenn der letzte Baum gerodet,
der letzte Fluss vergiftet,
der letzte Fisch gefangen ist,
werdet ihr feststellen,
daß man Geld nicht essen kann!

Wilhelm Busch:

Alte Bäume behämmert der Specht am meisten.

Logo Tag des BaumesSeit etwa 50 Jahren findet am 25. April der Tag des Baumes statt, in den USA bereits seit 1874!
Julius Sterling Morton ist der Begründer des "Tag des Baumes" am 25. April.

"Andere Festtage dienen der Erinnerung, der Tag des Baumes weist in die Zukunft!"
(Zitat von Julius Sterling Morton, 1872)

Der Baum des Jahres 2012 ist die Lärche.

In Hamburg sind die Bäume arm dran!

In diesem Fall hat die Staatsanwaltschaft Hamburg hart durchgreifen lassen:
(Artikel beim Hamburger Abendblatt, leider nur noch gegen Geld zu lesen)

Für die illegale Abholzung von 10 Bäumen zur Sichtverbesserung auf die Elbe will Hamburg 250.000 Euro kassieren.
Wenn es um viel Geld für die Stadtkasse geht, dann ist die Staatsanwaldschaft mit von der Partie.

Nicht so in diesem Fall:

Wenn das Umweltamt der Stadt Hamburg reihenweise Sondergenehmigungen zum Fällen von Bäumen während der Schonzeit erteilt,
dann sind sich Polizei und Staatsanwaltschaft einig, dann sind sie auf beiden Augen blind:
Nichts tun, auch wenn die Verantwortlichen gegen das Bundesnaturschutzgesetz verstoßen haben.
Wer wird denn gegen den eigenen Dienstherren vorgehen? Schließlich soll doch viel Geld in die Kasse gepült werden.
Da ist jedes Mittel recht! Da werden auch gleich mal im August 10 Bäume am Jenfelder Moorsee gefällt.
Hauptsache die Kasse klingelt.

"Ihre Strafanzeige vom 12.11.2012 im Zusammenhang mit Baumfällungen während der Schonzeit

Sehr geehrter Herr Schlegel,

Staatsanwalt Hamburg wegen Baumfällungen in der Schonzeitdas Verfahren nach § 170 Abs. 2 StPO eingestellt worden. Eine Straftat konnte nicht festgestellt werden. Tatsächlich ist das Baumfällen während der Schonzeit zwar nach § 39 Abs. 5 Nr. 2 BNatSchG verboten. Zuwiderhandlungen sind aber keine Straftaten, sondern lediglich Ordnungswidrigkeiten (vgl. § 71 i. V. m. § 69 Abs. 2 Nr. 13 BNatSchG). Weil es sich aber höchstens um eine Ordnungswidrigkeit handelt, könnte auch eine rechtswidrig erteilte Befreiung — die Rechtswidrigkeit, für die es hier keine Anhaltspunkte gibt, unterstellt — höchsten eine Ordnungswidrigkeit darstellen. Soweit Sie offenbar der Polizei vorwerfen, insoweit Anzeigen von Ihnen nicht nachgegangen zu sein, scheidet eine Strafvereitelung im Amt (§ 258a StGB) aus, weil hier eben keine Straftaten, sondern höchstens Ordnungswidrigkeiten begangen worden sind, dies aber nicht von dem Straftatbestand des § 258a StGB erfasst ist.
Vor dem beschriebenen Hintergrund sehe ich auch keine Veranlassung an die zuständigen Verwaltungsbehörden heranzutreten und um Einleitung eines Verfahrens zur Verfolgung von Ordnungswidrigkeiten zu bitten. Es steht Ihnen natürlich frei, dies selbst zu tun.

Hochachtungsvoll

Mahnke
Oberstaatsanwalt"

Birke mit Nistkästen und KleibernUm diese Drillingsbirke mit den zwei Nistkästen mit Kleibern ging es. Der "Krach der Kleiber" störte einen Mieter.
Und so fiel die Birke und zwei weitere Bäume während der Schonzeit den Motorsägen zum Opfer.

Herr Oberstaatsanwalt, wo kein Wille ist, ist auch kein Weg!
Es steht mir ja frei, die Einleitung eines Ordnungswidrigkeitsverfahrens selbst zu beantragen.
Von Amts wegen machen sie das natürlich nicht. Sie sind schließlich der Anwalt des Staates und nicht der der Bäume.

Mein Schreiben vom 10.04.2012 an die Polizei in Rahlstedt:

Polizeikommissariat 38
Scharbeutzer Straße 15

22147 Hamburg

 

Baumfällungen während der Schonzeit

Hier: Grundstück Rahlaukamp 41 - 45

Vorweg:
Im Winter 2010/2011 fragte mich die Hausmeisterin Frau Peters, warum ich überall Nistkästen aufhänge, nur nicht bei ihr. So hängte ich etwa im Januar 2011 zwei aufgearbeitete Nistkästen vor dem Haus in einer Drillingsbirke auf. Beide Kästen wurden schon in den nächsten Tagen von Kohlmeisen und Kleibern angenommen. Während die Kohlmeisen sehr ruhige Vögel sind, sangen die Kleiber lautstark zur Verteidigung ihres Reviers. Es dauerte  nicht lange und die Hausmeisterin beklagte sich bei mir über den Vogellärm. Aber dabei blieb es.

Ende Januar 2012 waren die Kleiber wieder da und der „Vogellärm“ ebenfalls. Die Hausmeisterin fühlte sich wieder belästigt und beklagte sich erneut bei mir. Der Lärm ginge schon in der Nacht los und sie könne nicht mehr bei offenem Fenster schlafen. Die bereits besetzten Nistkästen konnte und wollte ich aber nicht umhängen. Soweit zur Vorgeschichte.

Etwa Mitte Februar 2012 bemerkte ich Personen, die an der Drillingsbirke ein Aufmaß machten. Ich fragte beim Hausmeister nach und erfuhr, dass die Birke gefällt werden soll. Als Grund gab er an, dass der Baum das Hausfundament bereits erheblich geschädigt hätte. Am 22. Februar nahm ich unter Protest der Kleiber und Kohlmeisen
(siehe http://ntb.wolfgang-Schlegel.eu/Kleiber/Kleiber.html) die beiden Nistkästen ab und hängte sie in der Nähe an 2 anderen Bäumen wieder auf. Leider wurden die Kästen wegen dieser Neststörung nicht mehr angenommen, und die Kleiber blieben weg.

Bis Ende Februar wurde die Birke nicht gefällt. Der Antrag war bei der zuständigen Behörde zu spät eingereicht worden. Am 10. März traf ich zufällig den Hausmeister. Er teilte mir ungefragt mit unverhohlener Freude mit: „Der Baum kommt am 26. weg!“ Ich antwortete ihm, dass ich das nicht glauben kann. 4 Wochen nach Beginn der Schonzeit darf nicht mehr gefällt werden. Doch, meinte er. Die Stadt hat eine Sondergenehmigung erteilt. Mein Verdacht, dass unter dem Vorwand der Gefahr für das Haus die angebliche Lärmbelästigung durch die Vögel erledigt werden sollte, hat sich bestätigt.

Mit welchem Recht aber die zuständige Behörde eine nachträgliche Sondergenehmigung erteilt hat, obwohl die Hausverwaltung die fristgerechte also rechtzeitige Beantragung der Fällgenehmigung versäumt hat, erschließt sich mir nicht. Der zeitliche Zusammenhang zwischen erneutem „Kleiberlärm“ und der Beantragung ist recht auffällig.

Die Arbeitsweise der bestellten Firma war sehr unprofessionell. Die Arbeitsstelle war in keiner Weise gesichert. Der Starlift, der mit einem Standfuß mitten auf der Straße Rahlaukamp stand, war aus Richtung Osten mit einer grauen 80L-Mülltonne „gesichert“. Aus westlicher Richtung gab es überhaupt keine Sicherung. Die Beschäftigten arbeiteten ohne Schutzhelm. Der Kettensägeführer arbeitete einhändig. Er hatte die Sicherung blockiert. Abgesägte Baumteile ließ er aus großer Höhe einfach herabfallen. Dabei wurde ein gusseiserner Gullydeckel auf dem Grundstück zerstört, der bis heute weder ersetzt noch gesichert wurde. Die Arbeitsweise der Firma ist aber eher ein Fall für das Amt für Arbeitsschutz. Bleibt die Gefährdung der Sicherheit auf der Straße durch den nicht gesicherten Liftfuß.

Gegen 18 Uhr kam meine Frau an der Arbeitstelle vorbei und teilte mir mit, dass nunmehr auch noch zwei weitere Bäume auf dem Grundstück gefällt worden sind, eine Birke und ein Lebensbaum. Falls die zuständige städtische Behörde tatsächlich die Sondergenehmigung erteilt hat, so war das unzulässig.

Das Bundesnaturschutzgesetz gilt auch für Hamburg!

Neu ist seit dem 1. März 2010 das Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG), das auch für Hamburg gilt. Der § 39 regelt das Fällverbot in der Schonzeit neu: Ab dem 1. März dürfen Bäume und andere Gehölze nicht mehr beseitigt oder zurück geschnitten werden, und zwar bis einschließlich 30. September.

§ 67 Befreiungen
(1) Von den Geboten und Verboten dieses Gesetzes, in einer Rechtsverordnung auf Grund des § 57 sowie nach dem Naturschutzrecht der Länder kann auf Antrag Befreiung gewährt werden, wenn

1.

dies aus Gründen des überwiegenden öffentlichen Interesses, einschließlich solcher sozialer und wirtschaftlicher Art, notwendig ist oder

2.

die Durchführung der Vorschriften im Einzelfall zu einer unzumutbaren Belastung führen würde und die Abweichung mit den Belangen von Naturschutz und Landschaftspflege vereinbar ist.

Die vorgenannten Gründe liegen nicht vor. Die zuständige Behörde hat mit der Erteilung einer Sondergenehmigung für die Fällung der 3 Bäume rechtswidrig gehandelt. Dagegen richtet sich diese Anzeige.

 

Mit freundlichen Grüßen

Wolfgang Schlegel

Angehängt:
Bildmaterial von der Fällaktion

Der Ort des Geschehens:

Die Arbeitsstelle ist mit einer Mülltonne gesichert! Die Äste fliegen ungesichert von oben herunter und zertrümmern unten einen gußeisernen Abwasserschachtdeckel, der dann wochenlang ungesichert blieb. Durch die Fällaktion wurde im Nachbarbaum (Katalpa) ein Meisenpaar derart gestört, daß es das Gelege verließ. (Neststörung!)

Baumfällarbeiten in Hamburg nur mit Mülltonne "gesichert"Baumfällarbeiten in Hamburg nur mit Mülltonne "gesichert"Baumfällarbeiten in Hamburg nur mit Mülltonne "gesichert"Arbeitsschutz bei Baumfällungen in HamburgEinhändiges Arbeiten mit Kettensäge bei Baumfällarbeiten

Weil die Polizei monatelang nicht auf die vorstehende Anzeige reagierte,
bat ich mit Schreiben vom 16.09.2012 um die Mitteilung des Aktenzeichens:

Eine schriftliche Antwort habe ich bis heute nicht erhalten. Lediglich telefonisch verständigte man mich, daß von einer Anzeige bei der Polizei nichts bekannt sei. (So schamlos werden Hamburger Bürger durch die Polizei belogen!)

Auf meinen Einwand, dass mein Brief nicht verloren gegangen sein kann, weil ich ihn in weiser Voraussicht des möglichen Verschwindens persönlich im Hause abgegeben hatte, erhielt ich die lapidare Antwort:

„Ich frage mal beim Umweltamt nach, vielleicht ist er dort.“

Nach etwa einer weiteren Woche kam ein erneuter Anruf, den meine Ehefrau entgegen genommen hatte.
Ihr wurde mitgeteilt, dass das  Service-Center des Umweltamtes - Abteilung Sondergenehmigungen - die Genehmigung erteilt hat.

Für die Polizei war meine Anzeige damit erledigt.
Damit wollte ich mich aber nicht abspeisen lassen und schrieb am 12.11.2012 an die Staatsanwaltschaft Hamburg:

 

Staatsanwaltschaft Hamburg

Gorch-Fock-Wall 15
20355 Hamburg

 

Baumfällungen während der Schonzeit mit Neststörung (BNatSchG § 39)
Strafvereitelung durch Unterlassung durch die Polizei in Rahlstedt (Strafgesetzbuch § 258)

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit Schreiben vom 10.04.2012  hatte ich Anzeige wegen unzulässiger Baumfällungen in der Schonzeit auf dem Grundstück Rahlaukamp 41 – 45 Anzeige erstattet (siehe Anlage).
Als es nach über 5 Monaten  keine Reaktion gab, bat ich mit Schreiben vom 16.09.2012 um Mitteilung des Aktenzeichens (siehe Anlage). Etwa eine Woche später erhielt ich einen Anruf eines Herrn vom Polizeikommissariat 38. Er teilte mir mit, dass von meinem Scheiben dort nichts bekannt sei. Diese Aussage entsprach nicht der Wahrheit! Auf meine Frage, woher er meine Telefonnummer wüsste, die ich absichtlich nicht auf meinem Schreiben angegeben hatte, um zu verhindern, dass ich telefonisch abgespeist werden würde, erhielt ich zur Antwort: „Sie haben schon einmal eine Anzeige gemacht!“ Dieser Vorwurf hinterließ bei mir einen faden Beigeschmack.

Auf meinen Einwand, dass mein Brief nicht verloren gegangen sein kann, weil ich ihn in weiser Voraussicht des möglichen Verschwindens persönlich im Hause abgegeben hatte, erhielt ich die lapidare Antwort:

„Ich frage mal beim Umweltamt nach, vielleicht ist er ja dort.“

Nach etwa einer weiteren Woche ging ein erneuter Anruf hier ein, den meine Ehefrau entgegen genommen hatte.
Ihr wurde mitgeteilt, dass das  Service-Center des Umweltamtes Abteilung Sondergenehmigungen (?) die Genehmigung erteilt hat.

Obwohl genau wegen dieser gesetzeswidrigen Erteilung von Sondergenehmigungen Anzeige erstattet wurde, interessierte das die Polizei offensichtlich nicht. Ich habe inzwischen den Eindruck gewonnen, dass das Service-Center Naturschutz regelmäßig und vorsätzlich gegen geltendes Recht verstößt und  die Polizei dies sogar deckt.

Zwei Beispiele:

Im Monat August 2012 wurden am Jenfelder Moorsee etwa 10 Bäume während der Schonzeit gefällt, obwohl es dafür überhaupt keinen triftigen Grund gab. Dass dies wahllos geschah, ist schon daran zu erkennen, dass eine große Weide, die am Umstürzen ist und bereits Hebungen und Risse im Uferweg verursacht hat, nicht von den Fällungen betroffen war. Sie steht noch heute! Der für den See zuständige (Pächter) Angelverein wird wohl kaum die Fällungen ohne Genehmigung veranlaßt haben. So ist auch hier davon auszugehen, dass die Bäume ohne Genehmigung oder mit unzulässiger Sondergenehmigung des Umweltamtes beseitigt wurden.


geschredderter HaubentaucherIm Mai 2012 wurden durch den Bauhof Rahlau am Jenfelder Moorsee durch Mäharbeiten im Uferbereich eine Stockente und ein Haubentaucher geschreddert. Die Haubentaucherkücken sind anschließend verhungert und elendig zugrunde gegangen. Der verantwortliche Maschinenführer sagte wörtlich. „Na und, ist doch bloß ’ne Taube!“ Die herbeigerufene Polizei unternahm nichts! „Wir reden mal mit dem Verantwortlichen im Bauhof“ wurde abgewiegelt.
Dabei blieb es. Eingriffe in den Ufer- und Schilfbereich erfolgten später erneut.
Die angezeigte Tierquälerei wurde nicht verfolgt.


Siehe auch: http://hh.wolfgang-schlegel.eu/html/JenfelderMoor.html

Die Baumfällungen im Rahlaukamp waren auch eine erhebliche Neststörung. Einer der umgehängten Nistkästen hing nur wenige Meter weiter an einer Katalpa und war zum Zeitpunkt der Baumfällungen von Blaumeisen belegt. Weil in unmittelbarer Nähe ein Lebensbaum und eine weitere Birke gefällt wurden, haben die Meisen das Nest nach dieser Störung verlassen. Im Gelege waren zu dieser Zeit 6 unbebrütete Eier. Das Nest wurde in diesem Zustand bei der jährlichen Nistkastenreinigung im Oktober so vorgefunden.

 

zwei Nistkästen mit Kleibern Das Bild zeigt die beiden Nistkästen im Jahr 2011 an der später gefällten Drillingsbirke. Am rechten Nistkasten ist ein Kleiber zu sehen. Diese Vögel markieren ihr Brutrevier recht lautstark, was den Unmut mindestens eines Mieters hervorrief und wohl der Anstoß war, die Beseitigung der Bäume vom Vermieter zu verlangen. Dies geschah offenbar so spät, dass die Frist bis Ende Februar nicht gewahrt werden konnte. So wurde ein vorgeschobener Grund, der Baum habe bereits Schaden am Gebäude verursacht, benutzt, um die Fällung in der Schonzeit zu beantragen. Und wenn man schon mal beim Baumfällen war, dann  bitteschön gleich 3 Bäume fällen!

Der Schutz wild lebender Tiere interessiert die Umweltbehörde überhaupt nicht. Ungeprüft wird alles genehmigt, was Geld einbringt. Und die Polizei deckt diese Gesetzesverstöße auch noch durch Unterlassung und Täuschung des Anzeigenden. Schlimmer noch, beide Behörden arbeiten bei den Gesetzesverstößen offensichtlich Hand in Hand.

Ich bitte um Empfangsbestätigung bzw. um Mitteilung des Aktenzeichens.

 

Mit freundlichen Grüßen

Wolfgang Schlegel

 

Die Anwort der Staatsanwaltschaft siehe weiter oben.

Nun steht wohl fest, daß in Hamburg die Bäume keine Chance haben, nicht einmal während der Schonzeit.
Wo Umweltbehörde, Polizei und Staatsanwaltschaft sich einig sind, hat der Baum verloren.
Der Satz des Herrn Oberstaatsanwaltes Mahnke läßt für die Zukunft der Bäume in Hamburg Böses ahnen:

"Vor dem beschriebenen Hintergrund sehe ich auch keine Veranlassung an die zuständigen Verwaltungsbehörden heranzutreten und um Einleitung eines Verfahrens zur Verfolgung von Ordnungswidrigkeiten zu bitten. Es steht Ihnen natürlich frei, dies selbst zu tun."

Es steht mir natürlich frei, dies selbst zu tun, was ich hiermit getan habe.

Mehr Bilder zur Fällaktion finden sie auf meiner Kleiberseite.

August 2016:
Besagter Hausmeister hat mich bedroht: "Paß auf, wenn Du im Dunkeln auf die Straße gehst.

Genau weiß ich es nicht. Ihn hat wohl Ende 2015 (seit dem grüßt er nicht mehr, schaut mich selten an und wenn dann mit haßefülltem Blick!)
ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeholt. Er hatte mit einer abgelaufenen Fällgenehmigung 3 Bäume gefällt statt einem Baum.

 

Wenn sie etwas für die Umwelt tun möchten, dann kaufen Sie doch ein Buch.
Die Provision spende ich regelmäßig dem Komitee gegen den Vogelmord e.V.
Der Verein setzt sich europaweit gegen Biotopzerstörung, Tierhandel, Jagd,
Vogelfang und Wilderei und für den Schutz der Zugvögel ein.

Zoff um Baumfällung in Eidelstedt

So titelte am 20. März 2013 die Bildzeitung in Hamburg. Klammheimlich ist am Eidelstedt-Center eine 1,4 Meter dicke alte Buche gefällt worden. Wegen dieser Buche und weiterer 16 Bäume gab es schon 2012 einen Bürgerentscheid, und man hatte danach die Fällarbeiten aufgegeben - vorerst. Nun kam heraus, daß wohl ein Gefälligkeitsgutachten für die sofortige Fällung gesorgt hat. Und wieder in der Schonzeit! Das bedeutet schließlich, daß diese Buche eine Gefahr dargestellt haben muß, eine Gefahr, die ein Gefälligkeitsgutachter gegen Geld bescheinigt hatte. Erneut hat Hamburgs Baummaffia zugeschlagen.

Die Stadt verdient mit Sondergenehmigungen Geld und Investoren dürfen zur Befriedigung ihrer Profitgier die Natur zerstören.

Mal sehen, wie der Bezirk Eimsbüttel diese plötzliche Krankheit der Buche erklärt.

März 2013:

Wildschaden an Bäumen in HamburgWildschaden an Bäumen in Hamburg
(Auerhahnweg Hamburg-Tonndorf)

Dieser Winter war nicht nur dunkel und eiskalt, er war auch sehr schneereich. Die vielen wilden Kaninchen in Hamburg hungern. Und da kommen ihnen die wenigen aus Anlaß der Europäischen Umwelthauptstadt Hamburg 2011 gepflanzten Bäume gerade recht. Die 50 Cent für den Fraßschutz an den Stämmchen wollten die Stadtväter nicht ausgeben. Die werden bei der Philharmonie und vielen anderen nicht ordentlich geplanten Bauvorhaben versenkt.

Bei einer Wanderung um den Öjendorfer See im März 2013 fand ich einen ganzen Haufen Wildverbißfolien. Dort lagen sie nutzlos herum!

entsorgt: Wildverbissfolien

Städte kippen den Baumschutz

Hier lebt ein Baum wenigstens als Kunstwerk noch weiter.

Mitte September 2013

In Hamburg-Tonndorf wird in der Straße Rahlaukamp 17 die Grundschule zur Ganztagsschule umgerüstet. Dazu ist der Neubau einer Mensa geplant. Das wird auch höchste Zeit, denn Hamburger Schüler nehmen im Schreiben den 16. Platz in Deutschland ein. Schlechter geht es nimmer!

Einr Baum war dabei wohl buchstäblich im Wege. Also kam wie schon so oft, die Kettensäge zum Zuge. Und das nur, damit die Baufahrzeuge zügig an die Baustelle gelangen können. Schließlich ist Zeit ja Geld. Warum mußte dieser Baum überhaupt gefällt werden? Und warum ausgerechnet in der Schonzeit?

Wie schon so oft: In Hamburg zählt das Bundesnaturschutzgesetz nichts. Hambug macht was es will. Die Polizei braucht man nicht zu rufen, die unternimmt sowieso nichts. Und die Staatsanwaltschaft deckt diese Verfahrensweise noch (siehe weiter oben!). Bäume haben in Hamburg keine Lobby.

Neubau einer Mensa für die Grundschule Rahlaukamp in Hamburg

In der Schonzeit gefällter Baum in HamburgIn der Schonzeit gefällter Baum in HamburgIn der Schonzeit gefällter Baum in Hamburg

Der Außenanlagenplaner ist das Ingenieurbüro für Garten- und Landschaftsachitektur Knoll aus 19217 Cronskamp.

Ende Juli 2014

wurden zum Zwecke der Baufeldfreimachung auf dem Grundstück in 22045 Hamburg Ellerneck 4 mindestens 8 alte Bäume während der Schonzeit gefällt. Wer genehmigt so etwas gegen geltendes Bundesrecht? Oder war es nur wieder eine Schwarzfällung? Hat die Stadt Hamburg wieder nur wegen ein paar Gebühren die Sondergenehmigung zum Fällen in der Schonzeit erteilt, nur um abzukassieren? Polizei und Staatsanwalt interessiert das erfahrungsgemäß sowieso nicht.

Baumfällaktion während der Schonzeit in Hamburg Ellerneck4Baumfällaktion während der Schonzeit in Hamburg Ellerneck4
Baumfällaktion während der Schonzeit in Hamburg Ellerneck4
Baumfällaktion während der Schonzeit in Hamburg Ellerneck4Baumfällaktion während der Schonzeit in Hamburg Ellerneck4

Im April 2014 wurde im Park am Pulverhof auch während der Schonzeit eine Kastanie gefällt. Der bereits bebrütete Nistkasten am Baum interessierte auch niemanden. Der Baum war seit vielen Jahren hohl und hatte schon viele Stürme schadlos überstanden. Aber nun mußte in der Schonzeit verschwinden. Schließlich war er ja zur riesengroßen Gefahr für Mensch und Sachwerte geworden! Da muß er natürlich so schnell wie möglich weg, auch mit dem Nistkasten, und auch in der Schonzeit!
Warum wurde nicht vom Zeitpunkt der Feststellung dieser "Supergefahr" bis zur Beseitigung des so gefährlichen Baumes der Gefahrenbereich abgesperrt???

Danke lieber Gutachter, auch im Namen der Kohlmeisen. Aber davon gibt es in Hamburg ja noch reichlich, wie die letzte Zählung der Gartenvögel ergeben hat. Da könnt ihr noch eine Weile so weitermachen.

Etwa zur gleichen Zeit wurde an der Ecke Rahlstedter Hauptstraße / Wilsonstraße ebenfalls in der Schonzeit ein kerngesunder Baum gefällt. Warum mußte der denn ausgerechnet auch in der Schonzeit weg?

 

Ende Mai 204 Tonndorfer Hauptstraße Ecke Wilsonstraße

Und wieder wurde während der Schonzeit ein vollkommen intakter Baum gefällt:

Baumfällung in Hamburg während der Schonzeit

Interessanter Link: Wald-Skandal in der Wentorfer Lohe bei Hamburg

Und noch einer, wie man Bäme erhalten kann:
Ein Tipp schöner von Jörg Wuttke, der auch gleich noch zwei Bilder beigesteuert hat:
http://bewusst-vegan-froh.de/17-haeuser-die-beweisen-dass-man-baeume-nicht-faellen-braucht-um-etwas-schoenes-zu-bauen/

 


Die Umweltbewegung der 80er Jahre prägte diesen Satz:

„Erst wenn der letzte Baum gerodet,
der letzte Fluss vergiftet,
der letzte Fisch gefangen ist,
werdet ihr merken,
daß man Geld nicht essen kann.“

(Gilt übrigens nicht für Hamburg - wisssen wir doch! BERATUNGSRESISTENT!)

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